Das deutsche Postmonopol – ein kurzer Blick in die Geschichte

Das Briefmonopol hatte noch bis vor wenigen Jahren eine jahrhundertealte Tradition in Deutschland. Im Cargobereich war es durch die Eisenbahn und die zunehmende Motorisierung schon früher zu Aufweichungen und schließlich zur Abschaffung gekommen, am Postmonopol jedoch wurde noch fast bis zur Jahrtausendwende festgehalten. Erst seit 1998 hat die Bundesnetzagentur Lizenzen für die Beförderung von Postsendungen ohne Gewichtsbeschränkungen erteilt; diese Zustellungen mussten allerdings zunächst noch bis 2007 einen wertigen Zusatznutzen – etwa in Form einer Eilzustellung oder der Abholung der Post beim Absender derselben – erbringen, um die begehrte Lizenz zu erhalten. Dadurch entstanden jedoch Mehrkosten, die sich negativ auf die Preiskalkulation auswirkten.

Erst mit der endgültigen Aufhebung des Postmonopols am 1. Januar 2008 entfiel die Pflicht zur Erbringung der so genannten “höherwertigen Dienstleistungen”.

Zu schaffen machte den neu auf den Markt drängenden Konkurrenten der Deutschen Post AG auch die Tatsache, dass diese noch bis Mitte 2010 in Sachen Porto von der Umsatzsteuer befreit war – während die anderen Postdienstleister den vollen Umsatzsteuersatz zu entrichten hatten. Diese Mehrbelastung erschwerte es, eine attraktive Kostenstruktur für den Endkunden anzubieten.

Seit dem 1. Juli 2010 sind nun alle Postdienstleister im Geschäftskundenbereich umsatzsteuerpflichtig, im Privatkundenbereich jedoch von der Mehrwertsteuer befreit.

Regionale Postdienstleister in Deutschland heute

Schätzungsweise etwa tausend regionale Postdienstleister tummeln sich heutzutage auf dem bundesdeutschen Markt und versuchen, einen Teil vom Kuchen der zig Millionen Postsendungen, die pro Tag durch die Republik geschickt werden, zu bekommen. Einige der Dienstleister sind aus Zeitungsvertrieben hervorgegangen, andere sind mittelständische Unternehmen, die flächendeckend ganze Regionen mit ihrem Serviceangebot versorgen.

Zu den bekannteren gehören die PIN Mail in Berlin, Citypost im Raum Hannover, Citykurier und PostModern in Ostdeutschland, die BW Post in Baden-Württemberg, Saariva im Saarland, TNT Post (nur für Geschäftskunden), der Morgenpost Briefservice und viele andere mehr. PostModern und Citykurier geben dabei zum Frankieren der Postsendungen sogar eigene Briemarken heraus.

Manche regionalen Postdienstleister stellen auch Einzelsendungen von Privatkunden zu und haben teils eigene Briefkästen aufgestellt, andere wiederum holen die angefallene Post für die Zustellung erst ab einem bestimmten Volumen direkt beim Kunden ab und können auch nur so beauftragt werden. Letztere sind für Privatkunden nicht geeignet, bei den anderen lassen sich mitunter einige Cent am Briefporto sparen.

Letzten Endes profitieren vor allem Geschäftskunden wie Ämter, Behörden, Unternehmen, Versicherungen, Krankenkassen und ähnliche von den Preisvorteilen, die angesichts der Masse der täglich anfallenden Postsendungen eine durchaus signifikante Ersparnis bei den Portokosten ermöglichen. Zudem bieten manche Postdienstleister eine monatliche Rechnungsstellung an, was den buchhalterischen Aufwand in einem Unternehmen im Vergleich zu Einzelkäufen der Postdienstleistungen erheblich vereinfacht und einen Mehrwert an Service sowie eine nochmalige Kostenersparnis bedeutet.

Nachteile für Otto Normalverbraucher ergeben sich durch die regionalen Dienstleister in der Regel nicht; für den Fall, dass man seine Post für einen gewissen Zeitraum lagern lassen oder einen Nachsendeauftrag stellen möchte, sollte man jedoch auch an regionale Postdienstleister denken und einen entsprechenden Antrag bei diesen stellen.

Im Internet gibt es zudem die Möglichkeit, einen Nachsendeauftrag zu beantragen, der gleich bei mehreren Postdienstleistern ausgelöst wird, was unnötige Arbeit und Zeit erspart.

GD Star Rating
loading...
Das deutsche Postmonopol - ein kurzer Blick in die Geschichte, 3.3 out of 5 based on 3 ratings